Exkursion in die Bundeshauptstadt

Autor/in: Herr Haack

Heute ging es für unsere Klasse 8c in das sportliche Herz der Hauptstadt: ins Olympiastadion Berlin. Die frühmorgendliche Anreise gelang reibungslos mit der stets zuverlässigen Deutschen Bahn.
Bei wunderbarem Kaiserwetter spazierten wir vom Hauptbahnhof aus über die weiten Wiesen des Platzes der Republik vor dem Reichstag, unter den hohen Säulen des Brandenburger Tors hindurch bis zu den langen Schatten des mahnenden Holocaustdenkmals. Von dort aus ging es mit der U2 direkt zu unserem Ziel: dem 1936 erbauten Stadion.

Nach einem beherzten Geburtstagsständchen für Frau Schmidt begannen wir die Führung in zwei Gruppen. Über die Tribünen, entlang der Außenmauer sowie in zahlreichen Tunneln und Sälen erfuhren wir viel über die Geschichte des Bauwerks und die Konzeption hinter dem nationalsozialistischen Prunkbau. Die imposante Sichtachse auf die Schale des olympischen Feuers war heute leider durch die Bühne des vorabendlichen Bruce-Springsteen-Konzerts verdeckt. Diese ist insofern besonders, als dass diese 1936 zum ersten Mal durch einen spektakulären Fackellauf entzündet wurde. Doch von Nahem konnten wir schließlich die Schale und die im Stein verewigten Namen der siegreichen Olympioniken von vor 90 Jahren erspähen.

Auf den bequemen Ledersitzen im VIP-Bereich der Ehrentribüne verschnauften wir eine Weile – im Hinterkopf das Bild der NS-Führungsriege, die an eben diesem Ort die Wettkämpfe und Propagandaspektakel der Olympiade verfolgte. Diesen entgegen stand der Triumph des mehrfachen Olympiasiegers Jesse Owens, dem Afroamerikaner und Star der Spiele 1936. Sein sportlicher Erfolg, z. B. im 100-m-Sprint, machte der nationalsozialistischen Inszenierung der überlegenen „arischen Rasse“ damals einen gehörigen Strich durch die Rechnung. In der nach ihn benannten VIP-Lounge begaben wir uns auf seine Spuren.

Flinken Fußes spurteten wir zum Schluss von Bahn zu Bahn, um den Rückweg in die märkische Heimat anzutreten. 1 min vor Abfahrt und schweißgebadet erreichten wir den Regionalzug und fuhren erleichtert und mit einem Lächeln auf den Lippen zurück an die liebliche Oder.