Kursfahrt nach Weimar
- „Die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen.“ -
(Goethe)
Außenstehende würden vermutlich meinen, dass man auf Kursfahrten nichts für das Leben lernt, aber wie Goethe, einer der bedeutendsten deutschsprachigen Universalgelehrten bereits sagte „Die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen.“, so haben wir das Gegenteil festgestellt und nicht nur viel über die Stadt Weimar und ihre wichtigsten Gesichter gelernt, sondern auch in unserer kleinen Reisegruppe Gemeinschaft gelebt.
Am 22.09.2025 ging unsere Reise mit der Bahn los und mit einer Stunde Verspätung erreichten wir Weimar und bezogen unsere kleinen Zimmer im A&O-Hostel. Anschließend begaben wir uns bei regnerischem Wetter auf einen Stadtrundgang, um die Stadt der großen Dichter wie Schiller, Herder und Wieland erstmals zu erkunden.
Am Dienstagvormittag empfing uns Goethes Gartenhaus im Ilmpark mit Sonnenschein und wir erfuhren viel über die Arbeitsstätte, in der unter anderem der „Erlkönig“ entstanden ist, dessen erste Verse „Wer reitet so spät durch Nacht und Wind? Es ist der Vater mit seinem Kind“ jedem von uns noch im Gedächtnis sind. Die anschließende Freizeit gab uns die Möglichkeit, in der Stadt zu shoppen, im Hostel zu entspannen oder die Wände der nächstgelegenen Boulderhalle zu erklimmen.
Der Mittwoch beanspruchte viel Energie, egal wo, ob im Goethe – Nationalmuseum, in Schillers Wohnhaus oder in einer Sonderausstellung zu Goethes weltbekanntem Werk „Faust“, überall war unser literarisches Verständnis nötig. Doch das eigentliche Highlight des Tages war das Bowlen im Atrium, bei dem diesmal unsere physischen Fähigkeiten gefragt waren und sich nur wenige gegen Frau Schmidts verstecktes Talent behaupten konnten. Hochachtung der sportlichen Leistung!
Der Donnerstagmorgen war bereits ein Geschenk, da wir erst gegen neun Uhr frühstückten. Sobald wir aus dem Regen die Anna – Amalia – Bibliothek betreten hatten, bestaunten wir die jahrhundertealten Bücher, zumindest die, die den Brand 2004 überstanden haben. Diese Literaturstätte hat ihren Namen der größten Förderin der Institution zu verdanken, nämlich der Herzogin Anna Amalia von Sachsen - Weimar - Eisenach, die das Kunst- und Kulturschaffen in Weimar Ende des 18. Jahrhunderts maßgeblich unterstützt hat.
Zum Reisen gehört aber nicht nur, unsere Begierde nach Wissen zu stillen, sondern auch kulinarische Ausflüge zu unternehmen. Unsere Aufenthalte bei Burger, Crêpes oder Xôi Mặn haben sich sehr gelohnt und können ebenfalls weiterempfohlen werden.
Nach einem Seminar über Willhelm von Humboldt, einem bedeutenden Naturforscher und Diplomaten, stand am letzten Abend erneut ein kultureller Höhepunkt an: Goethes Theaterstück „Stella" im Weimarer Nationaltheater. Schick angezogen erlebten wir eine hochmoderne Interpretation des Stückes um Liebe, Trauer und Zweifeln an konventionellen Ehekonstellationen. Wir genossen die Inszenierung sehr und bedauerten es nicht, dass verständlicherweise einige Fragen offengeblieben sind. Wie üblich endete auch dieser gelungene Tag mit einigen Runden „Werwolf“ als gemeinsame Gruppe.
Goethes Reisen nach Italien oder an andere inspirierende Orte wären ohne Herzog Carl Augusts Unterstützung nicht möglich gewesen. Auch unsere Fahrt wäre ohne Frau Schuberts und Frau Schmidts präzise und durchdachte Vorbereitung nicht denkbar gewesen. Ihnen gebührt herzlicher Dank für die unvergesslichen Tage in Thüringen.
- „Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt, der lasse sich begraben.“ -
Johann Wolfgang von Goethe („Zahme Xenien“)