Gedenkstättenfahrt nach Sachsenhausen - Drei 10. Klassen berichten von einer lehrreichen Exkursion

Am 5. Juni 2026 unternahmen die drei 10. Klassen unserer Schule eine Tagesexkursion zur Gedenkstätte Sachsenhausen im Fachbereich Geschichte. Im Reisebus rollten wir über den märkischen Asphalt zu dem Ort, der jährlich über 500.000 Interessierten eine intensive Auseinandersetzung mit der NS-Verfolgung und ihrer historischen sowie gegenwärtigen Bedeutung ermöglicht. Das Wetter spielte mit: Das Gewitter vom Vortag verzogen, stattdessen Sonne und einige Wolken – ideale Bedingungen, um sich auf das Thema einzulassen, ohne von äußeren Einflüssen abgelenkt zu werden.

In vier Gruppen wurden wir über die Anlage des ehemaligen Konzentrationslagers geführt und bekamen fachkundige Einblicke in die Entstehungsgeschichte des Ortes, seine Bedeutung von 1936-45 und seine heutige Funktion als Gedenkstätte. Seine Geschichte als sowjetisches Speziallager nach Ende des Zweiten Weltkriegs stand dagegen heute wenig im Fokus.

Ankunft und Eingangsbereich prägten auch unseren Start: Wir sahen den Wachturm A – den Eingang zur Anlage – als ersten sichtbaren Hinweis darauf, dass hier Geschichte greifbar wird. In der rekonstruierten Baracke 38 konnten wir uns einen Eindruck von den unmenschlichen Lebensverhältnissen ohne Hygiene und Privatsphäre machen. Die Spuren des neonazistischen Brandanschlags aus den 1990ern verdeutlichten indes, dass die Erinnerung an die Gewaltverbrechen des Nationalsozialismus und dieser Ort keine Selbstverständlichkeit ist, sondern der Bekräftigung und des Schutzes bedarf.
In der Mitte des dreieckigen Geländes stand ein Relikt einer anderen Zeit der Erinnerung: der pompöse Obelisk, ein Denkmal der kommunistischen Opfer und Helden, errichtet in der DDR. In perfider, kalter Nomenklatur verkörperte zuletzt die Station Z mit Erschießungsanlage und Krematorium das Ende des Albtraums für viele Häftlinge. Beim Anblick dieses Ortes lief es einem kalt den Rücken herunter.

Ein herzliches Dankeschön an unsere Guides, die uns durch die Anlage führten und all unsere Fragen beantworteten, sowie an alle Lehrkräfte, die diesen Tag ermöglichen.
Wie lautet das Schlusswort? Für mich ist es eine Passage aus dem Tagebuch eines Inhaftierten: „Man hat mir mein Ich weggenommen.“ Das Zitat von Heinz Wollmann wird uns über diesen Tag hinaus im Gedächtnis bleiben. Entwürdigung, Entmenschlichung und Tötung. Das war das Wesen dieses Ortes.